Unser Büro in Kabul – die Eröffnung

Am 31. Juli 2017 war es soweit: Das DAGeV-Büro im Diplomatenviertel Wazir Akbar Khan in Kabul feierte seine offizielle Eröffnung. Ein bedeutender Augenblick für die Deutsch-Afghanische Gesellschaft und für die deutsch-afghanischen Beziehungen. Zahlreiche Regierungs- und Wirtschaftsvertreter sowie Initiativen und Verbände folgten der Einladung der DAGeV – und trugen sich auch ins Gästebuch ein. Am Ende waren es über 100 Gäste, die mit ihrer Anwesenheit nicht nur die Eröffnung der neuen DAGeV-Vertretung in Afghanistan feierten, sondern mit ihrem Kommen auch ein deutliches Zeichen setzten.

Ein bedeutsames Datum, ein wichtiges Zeichen

Auf den Tag genau zwei Monate vor der Eröffnung fand in unmittelbarer Nähe der Deutschen Botschaft ein verheerender Anschlag statt, der 150 Todesopfer forderte. Um so wichtiger war es, die offizielle Inbetriebnahme des Kabuler Büros nicht aufzuschieben und mit ihr eine Botschaft zu senden: Der Terror kann uns nicht einschüchtern! Die deutsch-afghanische Zusammenarbeit selbst gewinnt in diesen Tagen und gerade in Zeiten, in denen terroristische Kräfte die weitere Stabilisierung des Landes zu zerstören versuchen, nur noch mehr an Bedeutung.

Diese hob auch Khyal Mohammad Mohammad Khan in seiner Ansprache hervor. Der erste Stellvertreter des Chief Executive der Islamischen Republik Afghanistan machte deutlich, wie wichtig für die afghanische Regierung die deutsch-afghanischen Beziehungen und damit auch die Arbeit der DAGeV sind. Dabei sprach er ebenfalls im Namen des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani als auch im Namen dessen Gegenkandidaten zur Präsidentschaftswahl 2014, Abdullah Abdullah.

Aufgrund der immer noch sehr angespannten Sicherheitssituation in Kabul, auch nach dem 31. Mai kam es zu weiteren Anschlägen, konnten Mitglieder der Bundesregierung der Eröffnung des Kabuler DAGeV-Büros leider nicht beiwohnen. Aber auch in Deutschland weiß man, wie bedeutend die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und Afghanistan ist. So entsandten verschiedene Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitarbeiter ihre Grußworte – verlesen und per Videobotschaft – zur Eröffnung nach Kabul und setzen so ihrerseits ein Hoffnung gebendes Zeichen. Unter ihnen auch Sabine Sparwasser, Sonderbeauftragte der Bundesregierung für Parkistan und Afghanistan.

Gespräche in kleinem Kreis im Regierungspalast

Khyal Mohammad Mohammad Khan nahm die Einladung ins DAGeV-Büro seinerseits zum Anlass, die eigens zur Eröffnung angereiste Delegation der Deutsch-Afghanischen Gesellschaft zu sich einzuladen. Und diese Einladung wurde am nächsten Tag auch gleich in die Tat umgesetzt. Im Regierungspalast traf man sich in einem kleineren Kreis als noch am Tag zuvor bei der Büro-Eröffnung. Primär ging es bei den Gesprächen in kleiner Runde um die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder und um die aktuelle Sicherheitssituation in Afghanistan.

Für ein friedliches Miteinander

Die DAGeV setzt sich auch für ein friedliches und demokratisches Miteinander ein. So sind auch die Rolle der Frau in der Islamischen Republik Afghanistan als auch die Pressefreiheit wichtige Anliegen der Deutsch-Afghanischen Gesellschaft. In Kabul traf sich die DAGeV-Delegation daher auch mit verschiedenen Frauenverbänden – u. a. mit der Afghanistan Women Chamber of Commerce and Industry. Die AWCCI ist quasi die weibliche Seite der Afghanischen Industrie- und Handelskammer (ACCI). Sie hat sich gegründet, um der Stimme der Frau im Wirtschaftsleben des Landes ausreichend Gewicht zu verleihen.

Außerdem stand ein Treffen mit den Vorsitzenden der vier afghanischen Journalistenverbände auf dem Programm. Ein besonderes Anliegen auch des DAGeV-Medienbeauftragten, der selbst Mitglied im Landesvorstand und Vorsitzender des Regionalverbandes Essen-Mülheim-Oberhausen im Deutschen Journalisten-Verband NRW ist.